Aktionsplan Kupierverzicht

Fit für den Kupierverzicht?

Betriebseigene Risikofaktoren kennen!

Schwanz- und Ohrenbeißen ist eine komplexe Verhaltensstörung mit multifaktorieller Ursache. Daher gibt es kein allgemeingültiges Patentrezept um Schwanzbeißen zu vermeiden. Verschiedene Risikofaktoren in unterschiedlichem Ausmaß treffen in Betrieben aufeinander. Bevor ein Kupierverzicht in Betracht gezogen wird, sollten Sie Ihre betriebseigenen Risikofaktoren kennen und soweit wie möglich reduzieren. Die folgenden Schritte sollen Sie für den Weg zum Kupierverzicht vorbereiten.

Der "Notfallkoffer"

Was gehört hinein?

Tiersignale beachten und reagieren

Die Ferkel betreiben Liegekühlung im mit Wasser gefüllten Trog. Das ist ein Anzeichen dafür, dass es im Abteil und damit den Tieren zu warm ist. Sorgen Sie für Abkühlung, da Hitzestress ein erhöhte Risiko für das Auftreten von Schwanzbeißen ist.

Saugferkel mit Veränderungen an Zitzen (Zitzennekrosen) oder an der Schwanzbasis sollten nicht für den Einstieg in den Kupierverzicht ausgewählt werden. Die Veränderungen bzw. Nekrosen können auf eine erhöhte Stoffwechselbelastung, Hitzestress, etc. der Muttersau hindeuten. Die Erfahrung zeigt, dass Tiere aus diesen vorbelasteten Würfen zu einem erhöhten Schwanzbeißrisiko neigen.

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  • Saugferkelklaue mit Einblutungen

Bei diesem Saugferkel wurden bereits in den ersten Lebenstagen Einblutungen in den Klauen sichtbar. Die Ursache kann in einer erhöhten Stoffwechselbelastung, Hitzestress, etc. bereits bei der Muttersau zu suchen sein. Die Erfahrung zeigt, dass diese vorbelasteten Würfe einem höheren Risiko ausgesetzt sind, Schwanzbeißen zu beginnen. Daher sollten diese Würfe nicht zum Einstieg in den Kupierverzicht ausgewählt werden.

  • Gesunde Saugferkelklaue

So sieht eine gesunde Saugferkelklaue ohne Einblutungen oder andere Veränderungen aus.

  • Ohrgundveränderungen

Hier sind in den ersten Lebenstagen Veränderungen am Ohrgrund aufgetreten. Ursache kann z.B. eine erhöhte Stoffwechselbelastung bei der Muttersau sein. Die Erfahrung zeigt, dass vorbelasteten Würfe einem höheren Schwanzbeiß-Risiko ausgesetzt sind. Diese Würfe nicht zum Einstieg in den Kupierverzicht auswählen. Da die Veränderungen wieder abheilen und nach dem Absetzen nicht mehr zu erkennen sind, ist eine gute Zusammenarbeit von Erzeuger und Aufzüchter von Vorteil.

 

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